Kurz erklärt: Eine Kontokündigung trifft Unternehmen oft unerwartet und ohne Begründung. Ohne Konto keine Umsätze, keine Gehälter, keine Lastschriften. Wichtig ist jetzt, die Frist zu nutzen und nicht wahllos bei neuen Banken anzufragen.
Darf die Bank einfach kündigen?
In den meisten Fällen ja. Private Banken können ein Geschäftskonto nach ihren Geschäftsbedingungen mit einer angemessenen Frist kündigen, ohne einen Grund zu nennen. Eine fristlose Kündigung ist nur aus wichtigem Grund möglich. Bei Sparkassen gelten wegen ihrer öffentlich-rechtlichen Stellung teilweise strengere Maßstäbe. Ob die Kündigung wirksam ist, klärt im Zweifel ein Anwalt.
Die häufigsten Gründe
- Die Bank hat ihre Risikopolitik geändert, etwa für bestimmte Branchen oder Länder
- Zahlungen aus oder in Hochrisikoländer
- ungewöhnliche Kontobewegungen, zum Beispiel viele Bareinzahlungen
- fehlende oder veraltete Unterlagen bei einer KYC-Aktualisierung
- Gesellschafterwechsel oder Kauf einer Gesellschaft, der nicht gemeldet wurde
- Kontoführung lohnt sich für die Bank nicht
Sofort-Checkliste
- Kündigungsschreiben prüfen: Frist und letzten Tag notieren
- Bei der Bank nachfragen, ob fehlende Unterlagen die Ursache sind
- Neue Bank auswählen, die zu Ihrem Profil passt
- Unterlagen vollständig vorbereiten, inklusive Erklärung zur Kündigung
- Neues Konto eröffnen, bevor das alte schließt
- Kunden, Lieferanten, Finanzamt und Zahlungsdienstleister über die neue IBAN informieren
- Lastschriften und Daueraufträge umstellen
Der häufigste Fehler: Panik-Anträge
Wer nach einer Kündigung gleichzeitig bei fünf Banken anfragt, wirkt nicht entschlossen, sondern verdächtig. Die neue Bank will verstehen, warum die alte gekündigt hat. Eine offene, gut vorbereitete Erklärung wirkt weit besser als ein Schweigen, das später auffällt.
So helfen wir Ihnen
Wir analysieren mit Ihnen, warum die Bank gekündigt hat. Dann wählen wir eine Bank, deren Risikopolitik zu Ihrem Geschäftsmodell passt, und bereiten den Antrag so vor, dass Ihr Zahlungsverkehr ohne Unterbrechung weiterläuft – in Deutschland, im EU-Ausland oder bei unserer Schweizer Partnerbank. Lag es an der Bonität? Dann lesen Sie auch Geschäftskonto ohne Schufa.
Häufige Fragen
Muss die Bank die Kündigung begründen?
Bei einer ordentlichen Kündigung durch eine private Bank in der Regel nicht.
Wie viel Zeit habe ich?
Das steht im Kündigungsschreiben. Bei einer ordentlichen Kündigung sind es meist einige Wochen bis zwei Monate. Fangen Sie sofort an.
Erfährt die neue Bank von der Kündigung?
Die neue Bank fragt häufig nach der bisherigen Bankverbindung. Ehrlichkeit ist hier die beste Strategie.
Was passiert mit dem Guthaben nach Ablauf der Frist?
Die Bank überweist es auf ein von Ihnen genanntes Konto. Deshalb sollte das neue Konto vorher stehen.
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