Insolvenz

Die Insolvenz

– beschreibt den Zustand der Zahlungsunfähigkeit eines Unternehmens bzw. einer Privatperson. Dieser liegt in der Regel dann vor, wenn ein Schuldner nicht mehr in der Lage ist, seinen laufenden Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Die Durchführung des Insolvenzverfahrens richtet sich nach den Vorschriften der deutschen InsO. Mit Eröffnung eines Insolvenzverfahrens wird eine juristische Person nach deutschem Recht aufgelöst (vgl. § 60 I Nr. 4 GmbHG). Die Auflösung einer Gesellschaft stellt jedoch grundsätzlich ein gesellschaftsrechtliches Verfahren dar. Die Liquidation einer Gesellschaft ist Aufgabe des Insolvenzverwalters.

Konkusrs

Bis 1999 wurde bei der Zahlungsunfähigkeit von Unternehmen von einem Konkurs gesprochen.

Seit 2001 gibt es für Selbstständige und ehemalige Selbstständigen die Möglichkeit, ein Regelinsolvenzverfahren zu eröffnen.

Die Voraussetzungen dafür sind

Der Vorteil für Selbstständige liegt dabei in der Möglichkeit, die Kosten für das Verfahren zu stunden, also zu verschieben. Damit besteht ab Antragstellung sofort ein Gläubigerschutz und es kann dennoch das Geschäft fortgeführt werden. Zudem erhöht die Weiterführung die Chancen für die Gläubiger, wenigstens einen Teil ihrer Forderungen zurückzuerhalten.

Der Ablauf eines Regelinsolvenzverfahrens unterscheidet sich in einigen Punkten von einem Privatinsolvenzverfahren.

Die Schritte im Einzelnen:

  • Antrag auf Eröffnung: Im Gegensatz zum Privatinsolvenzverfahren muss der Schuldner hier nicht zunächst versuchen, eine außergerichtliche Einigung mit den Gläubigern zu erzielen. Stattdessen kann er sofort beim Insolvenzgericht den Antrag auf Eröffnung des Verfahrens stellen.
  • Einsetzen des Insolvenzverwalters: Wird dem Antrag durch das Gericht stattgegeben, setzt es unmittelbar danach einen Insolvenzverwalter ein.
  • Gläubigerversammlung: Bei der darauffolgenden Gläubigerversammlung entscheiden die Gläubiger über die Zukunft des Unternehmens. Entweder wird versucht, das Unternehmen mithilfe einer Sanierung zu retten, oder aber das Unternehmen wird geschlossen und mit dem restlichen Vermögen bzw. dem Erlös aus dem Verkauf werden die Gläubiger so gut es geht bedient. Der Eigentümer hat auf die Entscheidung keinen Einfluss mehr.
  • Verwertung des Vermögens: Während Privatpersonen in der Pfändungsphase ihr Vermögen und Einkommen bis auf einen gesetzlich festgelegten Freibetrag abgeben müssen, sind Gesellschafter bei Gesellschaften mit eigener Rechtspersönlichkeit vor dem Zugriff auf das Privatvermögen geschützt. In diesem Fall wird nur die Insolvenzmasse verwendet, um die Forderungen der Gläubiger zu bedienen.
  • Aufhebung des Insolvenzverfahrens: Wenn das gesamte Vermögen des Unternehmens verteilt ist, wird das Verfahren beendet und das Unternehmen von Amts wegen aufgelöst. Die bei Privatpersonen noch übliche Wohlverhaltensperiode, in der die Restschulden getilgt werden, entfällt.