Wer eine GmbH gründen will, muss in der Regel Zeit mitbringen.
Eine vorgegründete GmbH (Vorrats-GmbH) ist sofort einsatzbereit.

Wer eine neue Geschäftsidee schnell auf den Markt bringen will, braucht eine eigene Firma. Doch das ist nicht so einfach, wenn es eine GmbH sein soll: Denn die Eintragung einer GmbH ins Handelsregister kann sich über Wochen und Monate hinziehen. Dies gilt auch heute noch, obwohl es nach Inkraftreten des MoMiG (2008) doch erheblich schneller geht als in den Jahren davor.  Ärgerlich ist dieser Zeitverlust besonders für Existenzgründer, die eine Marktlücke entdeckt haben und schnell handeln müssen, damit der Wettbewerb nicht die Nase vorn hat.

Dieser Zeitverlust geht in vielen Fällen auf das Konto der Gründer, denn häufig wird vergessen, wichtige Formalien bei der Gründung zu beachten, das Stammkapital zeitnah einzuzahlen oder nachzuweisen, den Geschäftszweck so zu formulieren, dass keine Rückfragen beim Handelsregisger oder der IHK entstehen oder Genehmigungen notwendig sind die vorab beizulegen sind. Viele Gründer machen sich vorab zu wenig Gedanken über die Formalien bei der Gründung.

Zeit ist Geld

Eilige Jungunternehmer sollten sich deshalb an erfahrene Dienstleister wie COMPANIES24 wenden und mit einer vorgegründeten GmbH starten. Diese Vorrats-GmbH ist bereits ins Handelsregister eingetragen, war aber noch nicht geschäftlich tätig. Der größte Vorteil dieses Kaufs ist der Zeitfaktor. Innerhalb von 24 Stunden kann die Übernahme einer Vorrats-GmbH über die Bühne gehen. Das Verfahren beim Kauf einer „fertigen« GmbH läuft immer ähnlich ab: Der Unternehmer meldet sein Interesse an einer Vorrats-GmbH an und teilt mit wann die neue Gesellschaft benötigt wird. Alle Änderungen der Satzung sollten dann umgehend mit dem Rechtsanwalt oder Steuerberater geklärt werden. Die Umfirmierung wird von COMPANIES24 mit der zuständigen IHK oder der Handwerkskammer abgesprochen und dann ist nur noch ein Termin beim Notar notwendig, um die Satzungsänderung beglaubigen zu lassen.

Typische Kunden der »fertigen« GmbHs sind die gesamte Baubranche, Handwerker und Immobilienmakler. Besonders für Unternehmen in der Baubranche ist eine kurze Wartezeit wichtig, weil kurzfristige Zuschläge bares Geld bedeuten. Auch für Immobilienmakler, die ihre Objekte oftmals von heute auf morgen verkaufen, sind langfristige Gründungsformalitäten nur hinderlich. Aber auch Technologie- und Umweltunternehmen wollen mit ihren Produkten schnell auf den Markt kommen – die Konkurrenz ist groß und die Entwicklungskosten hoch, so dass möglichst schnell Geld in die Kasse fliegen muß.

Natürlich muss diese Dienstleistung auch bezahlt werden. Am Tag der Beurkundung muss das Stammkapital der GmbH – in der Regel sind das 25.000,- EUR – zuzüglich einer Bearbeitungsgebühr überwiesen werden. Die schnelle Übernahme einer Vorrats GmbH kostet bei COMPANIES24 lediglich 2697,- EUR wofür der Unternehmer anschließend das Bankguthaben der vorgegründeten Gesellschaft zusammen mit dem Handelsregisterauszug des Amtsgerichts, den Gesellschaftsvertrag, die Gesellschafterliste, die Eröffnungsbilanz und die notariellen Urkunden vom Tag der Beurkundung erhält.

Schnell aus der Haftung

Entscheidender Vorteil einer Vorrats GmbH ist die sofortige Haftungsbeschränkung, die viele Unternehmer anstreben, denn im Gegensatz zur Vorrats GmbH befindet sich eine Gesellschaft die neu gegründet wird bis zur Eintragung ins Handelsregister eben noch „in Gründung“. Dieser ruf- und bonitätsschädigende Zusatz „i.G.“, der im Geschäftsverkehr – also auch auf Briefköpfen und Visitenkarten – vorgeschrieben ist, hat sowohl auf potentielle Kunden aber vor allem auf Banken eine abschreckende Wirkung. Sollte in der Zeit bis zur Eintragung im Handelsregister etwas schiefgehen, haftet der oder die Gesellschafter und der/die Geschäftsführer mit dem gesamten Privatvermögen. Der Bundesgerichtshof hat bereits 1996 entschieden, dass sich diese Haftung nicht nur auf den Betrag der Kapitaleinlagen beschränkt. Dadurch sind dem Risiko „Haftung“ nach oben keine Grenzen gesetzt. Dies entfällt mit dem Kauf einer vorgegründeten GmbH

Vorratsgesellschaft ist sofort einsatzbereit

Die Gesellschafter erwerben durch Anteilsabtretung alle Geschäftsanteile der bereits gegründeten GmbH und erhalten im Gegenzug das Stammkapital in Höhe von 25 000 Euro zuzüglich des vereinbarten Aufpreises. Anschließend wird die übernommene Vorratsgesellschaft durch Gesellschafterbeschlüsse umstrukturiert, indem zum Beispiel der Sitz verlegt, der Geschäftsführer ausgewechselt und der Geschäftszweck neu definiert werden. Nimmt die so übernommene GmbH als neue Firma dann ihre Geschäftstätigkeit auf, wird aus einer passiven Gesellschaft, die nicht auf eine Geschäftstätigkeit ausgelegt ist, eine aktive GmbH.

Dieser Vorgang wird auch „wirtschaftliche Neugründung“ bezeichnet. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist die Gesellschaft dazu verpflichtet, die wirtschaftliche Neugründung, also die Aufnahme der Geschäftstätigkeit, dem Handelsregister gegenüber offen zu legen.

Achtung: Wird diese Offenlegung versäumt, drohen höchst unangenehme Konsequenzen, insbesondere im Fall einer möglichen Insolvenz des Unternehmens. Denn nach der Rechtsprechung gelten in Fällen, in denen die wirtschaftliche Neugründung dem Handelsregister nicht offen gelegt worden ist, die Regeln über die Unterbilanzhaftung. Sie besagen, dass die Gesellschafter nicht auf das Haftkapital verweisen können, sondern für alle Verbindlichkeiten der Gesellschaft persönlich einzustehen haben. Das wirtschaftliche Risiko einer versäumten Offenlegung für die Gesellschafter der wirtschaftlichen Neugründung ist also immens.

Vorsicht bei Gebrauchten

Die Offenlegung gilt übrigens auch beim Erwerb einer so genannten Mantelgesellschaft. Eine Mantelgesellschaft ist eine GmbH, die zuletzt nicht mehr werbend am Markt tätig war. Der Erwerb einer solchen brachliegenden GmbH ist bisweilen zu günstigen Konditionen möglich. Nimmt die Mantelgesellschaft unter anderen Vorzeichen ihre Geschäftstätigkeit – gegebenenfalls nach Umstrukturierung – wieder auf, wird auch dieser Vorgang als wirtschaftliche Neugründung eingeordnet. Der Geschäftsführer der GmbH ist dazu verpflichtet, die wirtschaftliche Neugründung gegenüber dem Handelsregister offen zu legen. Versäumt er dies, drohen hier wie beim Kauf einer Vorratsgesellschaft immense Haftungsfolgen für die Gesellschafter.

Während das Risiko beim Kauf einer vorgegründeten Gesellschaft generell als – EXTREM – gering eingeschätzt werden kann, ist beim Kauf von gebrauchten GmbHs Vorsicht angesagt: Wenn auf diesen Gesellschaften alte, nicht bilanzierte Verbindlichkeiten lasten, übernimmt der neue Gesellschafter unter Umständen mehr Schulden, als ihm lieb ist. Beim Kauf einer „gebrauchten“ GmbH sollte deshalb nicht die Eile entscheidend sein, sondern die Prüfung der angebotenen Kapitalgesellschaft. Alle Bilanzpositionen sollten dabei gecheckt werden. Maßgeblich ist aber nicht nur die Prüfung der Verbindlichkeiten, denn auch Forderungen können getürkt sein, so dass dem interessierten Unternehmer nichts anderes übrigbleibt, als alle Bilanzposten bis zum Datum der Gründung zurück zu verfolgen. Zudem sollte vom Verkäufer eine schriftliche Erklärung verlangt werden, dass keine oder eben nur die angegebenen Verbindlichkeiten bestehen.

Verlustrücktrag: Mantelkauf ist doch kein Hindernis!

Die Übernahme eines „gebrauchten“ GmbH-Mantels war früher auch deshalb attraktiv, weil die Schulden der gekauften GmbH als Verlust oder Rücktrag geltend gemacht werden konnten. Das ist – heute – aufgrund von Steueränderungen nur noch begrenzt möglich. Wenn der neue Gesellschafter mit dem gleichen Unternehmensgegenstand wie die alte GmbH tätig wird. Eine „gebrauchte“ GmbH zu finden, die in der gleichen Branche tätig war, ist jedoch nicht so einfach und wenn diese denn doch gefunden wurde sollte der Kauf nur mit Hilfe eines Steuerberaters oder Wirtschaftsprüfers in Angriff genommen werden der die Übernahne begleitet und die Entscheidungen zu § 8c des Körperschaftsteuergesetzes (KStG) kennt und anwenden kann. Denn nach §8 c KStG liegt ein „schädlicher Beteiligungserwerb“, also ein Mantelkauf, dann vor, wenn bei einer Kapitalgesellschaft (im Steuer-deutsch: Körperschaft) innerhalb von fünf Jahren mittelbar oder unmittelbar mehr als 25 % des gezeichneten Kapitals (= Stammkapital), der Mitgliedschaftsrechte, Beteiligungsrechte oder der Stimmrechte an einen Erwerber oder diesem nahestehende Person übertragen werden. Die Folge des „schädlichen Beteiligungserwerbs“: Die bis zum Beteiligungserwerb nicht genutzten Verluste werden steuerlich nicht mehr zum Abzug zugelassen (§ 8c Abs. 1 S. 1 KStG).

Der bisherige Standpunkt der Finanzverwaltung: Verluste, die bis zum Zeitpunkt des schädlichen Beteiligungserwerbs aufgelaufen sind, können nicht mit späteren Gewinnen ausgeglichen oder noch von ihnen abgezogen werden. Verluste können also weder vor- noch zurückgetragen werden.

Das Finanzgericht Münster sieht das aber ganz anders: Der § 8c KStG schränke die Möglichkeit eines Verlustrücktrags nicht ein. Der § 8c Abs. 1 KStG wolle verhindern, dass früher entstandene Verluste durch einen Beteiligungserwerb wirtschaftlich übertragen und durch personell veränderte Gesellschaften genutzt werden können. Bei einem Verlustrücktrag liege keine solche personelle Veränderung vor. Denn wirtschaftlich nutzten nur diejenigen Anteilseigner den Verlust, die ihn während ihrer Beteiligungszeit auch erwirtschaftet hätten.

Nachteil dieser Entscheidung: Sie ist noch nicht rechtskräftig! Das FG Münster hat wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Streitfrage die Revision zum Bundesfinanzhof (BFH) zugelassen und hier kann man mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass die Finanzverwaltung gegen dieses Urteil in Revision gehen wird. Es muss also noch abgewartet werden bis dieses anhängige Musterverfahren entschieden sein wird, um endgültige Klarheit darüber zu erhalten, ob ein Verlustrücktrag trotz eines schädlichen Beteiligungserwerbs möglich ist.


Nähere Informationen zum Kauf einer Vorrats GmbH (inkl. Kosten und Abwicklung) gibts hier…